Inland

Malu Dreyer: Die bewegte politische Karriere der Sozialdemokratin in Bildern

Mit ihrem Rücktritt als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz endet die politische Karriere von Malu Dreyer nach fast 30 Jahren. Ein Blick zurück in Bildern

von Jonas Jordan · 10. Juli 2024
Vereidigung Malu Dreyer

Machtwechsel in Rheinland-Pfalz: Am 16. Januar 2013 wird Malu Dreyer als neue Ministerpräsidentin und Nachfolgerin von Kurt Beck vereidigt.

Mit dem Rücktritt von Malu Dreyer als rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin endet eine Ära. Dreyers politische Karriere begann 1995. In dem Jahr trat sie in die SPD ein und wurde hauptamtliche Bürgermeisterin von Bad Kreuznach. Sieben Jahre später wechselte sie in die Landesregierung und wurde unter Kurt Beck Arbeitsministerin. Insgesamt gehörte Dreyer der rheinland-pfälzischen Landesregierung 22 Jahre lang an, jeweils die Hälfte davon als Ministerin und von 2013 bis Juli 2024 als Ministerpräsidentin. 

1997 bis 2002: Malu Dreyer als Sozialdezernentin

Noch vor ihrem Wechsel auf die Landesebene war Malu Dreyer von 1997 an fünf Jahre lang in der Landeshauptstadt Mainz Dezernentin für den Bereich Soziales, Jugend und Wohnen.

Ab 1997 ist Malu Dreyer Sozialdezernentin der Stadt Mainz.

2002: Ernennung zur Ministerin

Im Jahr 2002 stellt der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck Malu Dreyer als neue Arbeits- und Sozialministerin vor. Knapp elf Jahre später fällt Beck die Entscheidung: Dreyer soll auch seine Nachfolgerin in der Staatskanzlei werden.

Malu Dreyer und Kurt Beck im Jahr 2002

2015: Begeistert beim Rosenmontagsumzug

Als Ministerpräsidentin zeigt sich Malu Dreyer auch als begeisterte Fastnachterin, wie hier beim Rosenmontagsumzug in Mainz im Jahr 2015 gemeinsam mit Kabinettskollegin Doris Ahnen (l.) und dem damaligen Mainzer Oberbürgermeister und heutigen Landesinnenminister Michael Ebling (r.)

Närrische Freude: Malu Dreyer beim Rosenmontagsumzug in Mainz im Jahr 2015

2016: Triumph bei der Landtagswahl

Die Landtagswahl 2016 wird zu ihrer Bewährungsprobe. Erstmals tritt Malu Dreyer als Spitzenkandidatin für die SPD an und kann das Ergebnis ihrer Partei um 0,5 Prozentpunkte steigern, während die CDU gleichzeitig an Stimmen verliert. Anschließend bildet Dreyer mit Grünen und FDP zusammen die bundesweit einzige Ampel-Landesregierung.

Nach der Landtagswahl 2016: Malu Dreyer und Alexander Schweitzer freuen sich über erste Ergebnisse.

2016: Glückwünsche im Willy-Brandt-Haus

Auch bundesweit werden Malu Dreyers Erfolge registriert. Im Willy-Brandt-Haus in Berlin erhält sie Glückwünsche und einen Blumenstrauß.

Strahlende Siegerin: Malu Dreyer erhält Glückwünsche in der Berliner SPD-Zentrale nach ihrem Sieg bei der Landtagswahl 2016.

2016: Dreyer wird Bundesratspräsidentin

Im Oktober 2016 wurde Malu Dreyer turnusgemäß für ein Jahr zur Bundesratspräsidentin gewählt. Sie trat das Amt am 1. November 2016 an und war damit ein Jahr lang auch stellvertretendes Staatsoberhaupt der Bundesrepublik.

Antrittsrede: Am 4. November 2016 wird Malu Dreyer Bundesratspräsidentin.

2019: Dreyer führt die SPD

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles springt Malu Dreyer im Juni 2019 und ist bis zur Wahl von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken im Dezember fünf Monate lang kommissarische SPD-Vorsitzende, zeitweise gemeinsam mit Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig.

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles: Malu Dreyer übernimmt im Juni 2019 gemeinsam mit Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel die Parteiführung der SPD.

2021: Wiederwahl in schwierigen Zeiten

Inmitten der Corona-Pandemie findet die Landtagswahl im Jahr 2021 statt. Die rheinland-pfälzische SPD kann ihr Ergebnis halten und bildet erneut eine Koalition mit Grünen und FDP. Das Foto von der Vorstellung des Koalitionsvertrages zeigt die schwierigen Umstände.

Regieren in schwierigen Zeiten: Malu Dreyer und ihr Kabinett stellen 2021 den Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Ampel-Regierung vor.

2021: Flut im Ahrtal

Nur wenige Monate nach Dreyers Wiederwahl ereignet sich im Juli 2021 die Flutkatastrophe im Ahrtal. Gemeinsam mit dem damaligen Vizekanzler Olaf Scholz und dem damaligen Landesinnenminister Roger Lewentz besucht sie kurz danach das schwer zerstörte Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Scholz, Dreyer und Lewentz im Ahrtal

2022: Eine Ministerpräsident unter Königinnen

Rheinland-Pfalz ist ein Weinland. Davon überzeugt sich die Ministerpräsidentin hier beim Treffen mit Weinköniginnen an der Mosel persönlich.

Eine Ministerpräsidentin unter Königinnen: Malu Dreyer mit Weinköniginnen an der Mosel

Verhandlungen im Kanzleramt

Malu Dreyer verhandelt beim Migrationsgipfel im Bundeskanzleramt mit Bundeskanzler Olaf Scholz und den Regierungschef*innen der anderen 15 Bundesländer.

Beratungen im Kanzleramt: Malu Dreyer beim Migrationsgipfel mit Bundeskanzler Olaf Scholz und den Regierungschef*innen der Länder

Malu mobil

Aus ihrer Krankheit macht sie kein Geheimnis. Bereits im Jahr 1995 wird bei Malu Dreyer Multiple Sklerose diagnostiziert. „Rheinland-Pfalz ist ein Land, in dem es egal ist, ob man eine Behinderung hat oder keine hat“, sagte sie bei ihrer Abschiedspressekonferenz. Wenn sie doch mal Unterstützung braucht, hilft das liebevoll „Malu-Mobil“ genannte Gefährt, wie hier im Bundeskanzleramt.

Mobil im Bundeskanzleramt: Bereits im Jahr 1995 wurde bei Malu Dreyer Multiple Sklerose diagnostiziert.

2023: Ehrung mit dem Bundesverdienstkreuz

Im November 2023 zeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Malu Dreyer für „ihre herausragenden Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland“ mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband aus.

Für ihre herausragenden Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland wird Malu Dreyer im November 2023 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

2024: Übergabe an den Nachfolger

„Ich habe gemerkt, dass ich an meine Grenzen komme und mir die Kraft ausgeht“, sagte Malu Dreyer, als sie ihren Rücktritt als Ministerpräsidentin verkündete. Zu ihrem Nachfolger wählte der Landtag ihren Parteikollegen Alexander Schweitzer.

Machtwechsel in Mainz: Malu Dreyer kündigt ihren Rücktritt an und will ihr Amt an Alexander Schweitzer übergeben.

Mehr Zeit für Privates

Künftig hat Malu Dreyer mehr Zeit für ihre Familie und ihren Mann Klaus Jensen, selbst ein ehemaliger Politiker und von 2007 bis 2015 Oberbürgermeister der Stadt Trier.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer freut sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Klaus Jensen auf den politischen Ruhestand.

Spaß beim Fußball I

Offenbar verbringt Malu Dreyer auch gerne Zeit beim Fußball, wie hier beim DFB-Pokalfinale der Männer im Mai 2024, als sie den rheinland-pfälzischen Verein 1.FC Kaiserslautern in Berlin anfeuerte.

Spaß am Fußball II: Malu Dreyer unterstützt den rheinland-pfälzischen Fußball-Verein 1.FC Kaiserslautern im DFB-Pokal-Endspiel.

Spaß beim Fußball II

Auch einen Stadionbesuch während der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2024 ließ sie sich nicht entgehen und zeigte sich beim letzten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen die Schweiz in Deutschland-Farben im Frankfurter Waldstadion.

Mit Spaß beim Fußball: Malu Dreyer während des Länderspiels zwischen Deutschland und der Schweiz bei der Fußball-Europameisterschaft 2024
Autor*in
Jonas Jordan
Jonas Jordan

ist Redakteur des „vorwärts“. Er hat Politikwissenschaft studiert und twittert gelegentlich unter @JonasJjo

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Gespeichert von Peter Boettel (nicht überprüft) am Do., 11.07.2024 - 19:07

Permalink

Alles Gute für Malu Dreyer und ihre Familie; vor allem Beibehaltung der bisherigen Standhaftigkeit gegenüber ihrer Krankheit. Jetzt erst mal einen schönen Urlaub und beste Erholung.
Mit besten Grüßen
Peter Boettel

Gespeichert von Tom Kaperborg (nicht überprüft) am Fr., 12.07.2024 - 10:21

Permalink

... die auch in Kreisen der CDU-Anhaenger Respekt genoss und beliebt war. Ich hoffe sie kann sich gut erholen und hat noch viele lebenswerte und angenehme Jahre vor sich. Mit 63 Jahren kann man durchaus in Rente gehen, erst recht wenn man von Krankheit geplagt ist. Meinen Respekt als Rheinland-Pfaelzer hat sie auf jeden Fall.

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